Donnerstag, 14. August 2008

Detroit: Häuser kosten soviel wie ne Cola

Wir erfahren von der US-Immobilienkrise allen Falls durch astronomische Abschreibungen der Banken. Doch wie das ganze in der Realität und für die Leute aussieht, davon erfährt man kaum etwas. Das macht diesen Artikel der Detroit News so besonders:


Auswirkung der Zwangsversteigerungen: Häuser gehen für $1 weg


Detroit – Für einen Dollar bekommen Sie eine große Cola bei McDonald’s, eine gebrauchte VHS-Kassette bei 7-Eleven oder ein Haus in Detroit.

Die Tatsache, dass ein Haus auf der Ostseite der Stadt kürzlich für $1 gelistet war zeigt, wie sehr der Immobilienmarkt in einer der ärmsten Großstädte der USA unter Druck steht.

Der Verkaufspreis des Hauses mag eine Anomalie sein, aber er veranschaulicht sowohl die Tiefe der Hypothekenkrise in Detroit als auch den raschen Verfall der Häuser in einer der am stärksten verarmten Nachbarschaften der Stadt.

Das Haus, in der 8111 Traverse Street, ein paar Blocks vom Detroit City Flughafen, war das schönste Haus des Blocks, als es im November 2006 für $65,000 gekauft wurde, sagte der Nachbar Carl Upshaw. Aber das Haus fiel letzten Sommer an die Bank zurück, und es dauerte nicht lange bis „die Geier eintrafen“, sagte Upshaw. „Die Wandverkleidung war das erste, was wegkam. Dann nahmen sie den Zaun mit. Dann brachen sie ein und nahmen alles andere mit.“

Das Unternehmen, das beauftragt worden war, das Haus zu verwalten und zu verkaufen, die Bearing Group, verbarrikadierte das Haus mit Brettern, nur um dann festzustellen, dass die Bretter gestohlen wurden, um ein anderes, verlassenes Haus in der Nähe zu verbarrikadieren.

Gauner rissen die Kupferrohre heraus, nahmen die Möbel und die Lampen und alles andere von Wert mit, inklusive der Küchenspühle.

„Es macht keinen Sinn, die Familie hinauszuwerfen“, sagte Upshaw. „Sobald die Leute einmal weg sind, werden sie das Haus in dieser Gegend verlieren.“

Am Dienstag stand das Haus sperrangelweit offen. Die Türen, die in die Küche und den Keller führen, fehlten und die Fenster auf der Vorderseite waren eingeschlagen. Das Gras wuchs bis auf Brusthöhe und verkohlte Reste markierten die Stelle, an der kürzlich die Garage gebrannt hatte.

Als das Haus im Januar für $1.100 auf den Markt gekommen war, hatte es keine anderen Interessenten als die Hausbesetzer, die dort vielleicht für eine Nacht blieben. Angesichts einer Steuerschuld von $4000 und einer hohen unbezahlten Wasserrechnung, senkte die Bank, der das Anwesen gehörte, den Preis auf $1.

Der Verkauf für $1 kostet die Bank $10.000

Während ein Preis von $1 nicht ungewöhnlich ist, wenn Eigentum aus rechtlichen Gründen übertragen wird, war es für Kent Colpaert, den Immobilienmakler, überraschend und beunruhigend, es für $1 an verschiedenen Stellen zu listen.

„Ich habe noch nie ein Haus gesehen, das für $1 gelistet war“, sagte Colpaert.

„Aber es wurde hart getroffen, es ist nurmehr eine Schale.“

Am Dienstag listete Realtor.com ein weiteres Einfamilienhaus, ein Doppelhaus und ein leeres Grundstück für jeweils $1 in Detroit.

Verkäufe für einen Dollar sind die finanzielle Folge der Hypothekenkrise, sagte Anthony Viola von der Realty Corp. of America in Cleveland.

Kreditgeber, die unqualifizierten Käufern während des Gipfels des Subprime-Marktes Kredite gaben, finden sich jetzt als Eigentümer ganzer Nachbarschaften leer stehender, verfallender Häuser wieder.

„Niemand hat viel Mitleid mit diesen Banken, die Subprime-Kredite vergaben“, sagte Viola. „Und in manchen Städten wie Cleveland, lassen die Richter sie nicht auf diesen Anwesen sitzen – sie befehlen ihnen, die Häuser abzureißen oder zu verkaufen.“

Die Bank, die 8111 Traverse Street besaß, war so verzweifelt, das Anwesen los zu werden, dass sie zustimmten $2,500 Maklerprovision und weitere $1000 für den Abschluss des $1 Verkaufs zu bezahlen; die Bank wird auch $500 der Kosten des Käufers bezahlen. Dazu kommen Steuerschuld und Wasserrechnung, und das Haus loszuwerden, wird die Bank ungefähr $10.000 kosten.

„Es macht keinen Sinn, ein einigen Nachbarschaften weiterhin Kosten über Kosten zu bezahlen“, sagte Colpaert. „Es kann finanziell mehr Sinn machen, es weg zu geben.“

Käufer nennt es ein Investment

Colpaert lehnte es ab, den Namen des voraussichtlichen Käufers zu nennen, weil das Geschäft noch nicht ganz abgeschlossen war. Der Makler sagte, der Käufer habe zugestimmt, den gesamten Listenpreis von $1 zu bezahlen und plane, bar zu bezahlen.

Der Käufer, eine Frau aus der Gegend, sieht das Haus als eine Investition und wird dort nicht leben, sagte Colpaert, obwohl es fraglich ist, wie schnell sich die Investition von $1 für die Käuferin auszahlt. Die Installationen des Hauses zu ersetzen, wird zehntausende Dollar kosten, und die Besitzerin wird Probleme haben, die Plünderer davon abzuhalten, die Verbesserungen so schnell zu stehlen, wie sie eingebaut werden. Das Abreißen kostet $5.000, sagte Colpaert.

Gleichzeitig, wird die neue Besitzerin 2009 $3.900 Grundsteuer bezahlen müssen, außer sie fechtet den Bescheid an.

Während es ungewöhnlich ist, dass Häuser für ein Wechselgeld verkauft werden, das die meisten Leute in ihrer Couchritze finden, werden einige verlassene Häuser in Detroit für $100 verkauft; leere Grundstücke können für $300 gekauft werden.

„Mein 14-jähriger Sohn könnte einen ganzen Block in Detroit kaufen“, sagte Ann Laciura von der Bearing Group.


Mittwoch, 13. August 2008

Michail Gorbatschow über den Kaukasus und die Gefahren geopolitischer Spiele

Der letzte Präsident der UdSSR gilt als ein Freund des Westens, doch auch er findet in der Washington Post deutliche Wort für das Geschehen im Kaukasus. Er zeigt eine Lösungsmöglichkeit für den Konflikt auf und warnt die USA gleichzeitig vor weiteren, geopolitischen Spielchen:


Ein Weg zum Frieden im Kaucasus

Von Michail Gorbatschow

Moskau – Die Ereignisse der letzen Woche in Süd Ossetien müssen jeden schockieren und quälen. Es sind bereits tausende Menschen gestorben, zehntausende wurden zu Flüchtlingen und Städte und Dörfer liegen in Trümmern. Nichts kann diesen Verlust von Leben und diese Zerstörung rechtfertigen. Das ist eine Warnung an alle.

Die Wurzeln dieser Tragödie liegen in der Entscheidung der separatistischen Führer Georgiens, 1991 die Süd Ossetische Autonomie abzuschaffen. Dies stellte sich als Zeitbombe für Georgiens territoriale Integrität heraus. Jedes Mal, wenn aufeinander folgende Führer versuchten, ihren Willen – sowohl in Süd Ossetien, als auch in Abchasien, wo das Problem der Autonomie das gleiche ist – mit Gewalt aufzuzwingen, machte dies die Situation nur schlimmer. Neue Wunden rissen alte Verletzungen auf.

Nichts desto trotz, war es immer noch möglich, eine politische Lösung zu finden. Für einige Zeit herrschte relative Ruhe in Süd Ossetien. Die Friedenstruppen, bestehend aus Russen, Georgiern und Süd Ossetiern, erfüllten ihre Mission und normale Ossetier und Georgier, die dicht beieinander leben, fanden zumindest einige Gemeinsamkeiten.

Während all dieser Jahre erkannte Russland Georgiens territoriale Integrität weiterhin an. Ganz eindeutig ist der einzige Weg, das Süd Ossetische Problem zu lösen, der auf Basis friedlicher Mittel. Tatsächlich gibt es in einer zivilisierten Welt überhaupt keinen anderen Weg.

Die georgische Führung verletzte dieses Grundprinzip.

Was in der Nacht des 7. August geschah, ist absolut unverständlich. Das georgische Militär griff die Süd Ossetische Hauptstadt Tshkihinvali mit mehreren Raketenwerfern an, die dafür ausgelegt sind, große Gebiete zu verwüsten. Russland musste reagieren. Es der Aggression gegen das „kleine, wehrlose Georgien“ zu bezichtigen, ist nicht nur heuchlerisch, sondern zeigt auch einen Mangel an Menschlichkeit.

Einen militärischen Angriff gegen Unschuldige durchzuführen war eine hirnlose Entscheidung, deren tragische Konsequenzen für tausende Menschen verschiedener Nationalitäten jetzt offensichtlich sind. Die georgische Führung konnte dies nur unter dem Eindruck, von einer stärkern Macht unterstützt und ermutigt zu werden, tun. Die georgische Armee wurde von hunderten amerikanischer Ausbildern trainiert und ihre hoch entwickelte Ausrüstung wurde in mehreren Ländern gekauft. Das, in Verbindung mit dem Versprechen der Nato-Mitgliedschaft, brachte die georgischen Führer dazu zu glauben, sie kämen mit einem Blitzkrieg in Süd Ossetien davon.

Mit anderen Worten, Georgiens Präsident Mikheil Saakashvili erwartete eine bedingungslose Unterstützung aus dem Westen und der Westen gab ihm Grund, das zu glauben. Jetzt da der georgische Angriff zurückgeschlagen wurde, sollten sowohl die georgische Regierung, als auch ihre Unterstützer, ihre Positionen überdenken.

Die Feindseligkeiten müssen so bald wie möglich eingestellt werden und dringende Schritte müssen unternommen werden, um den Opfern zu helfen. Es ist genauso wichtig, über eine Lösung des grundlegenden Problems nachzudenken, welches eines der Schmerzlichsten und Herausfordernsten des Kaukasus ist – einer Region, der man sich mit größter Vorsicht nähern sollte.

Als die Probleme in Süd Ossetien und Abchasien aufflammten, schlug ich vor, sie durch eine Föderation, die den beiden Republiken eine weitgehende Unabhängigkeit sichern würde, zu lösen. Dieser Vorschlag wurde abgelehnt, vor allem von den Georgiern. Die Einstellung veränderte sich langsam, aber nach dieser Woche, wird es viel schwieriger sein, einen Kompromiss zu finden, selbst auf einer so einer Basis.

Alte Klagen sind eine schwere Bürde. Die Heilung ist ein langwieriger Prozess, der Geduld und Dialog bedarf, mit einem Verzicht auf Gewalt als unbedingte Voraussetzung. Es dauerte Jahrzehnte, ähnliche Konflikte in Europa und anderswo zu beenden, und andere, langfristige Themen schwelen immer noch. Zusätzlich zur Geduld, fordert diese Situation auch noch Weisheit.

Die kleinen Nationen des Kaukasus haben eine Geschichte des gemeinsamen Zusammenlebens. Es wurde gezeigt, dass dauerhafter Friede möglich ist, dass Toleranz und Zusammenarbeit Bedingungen für eine normales Leben und eine normale Entwicklung schaffen können. Nichts ist wichtiger als das.

Die politischen Führer der Region müssen das erkennen. Anstatt mit den militärischen Muskeln zu spielen, sollten sie ihre Anstrengungen dem Bau eines Fundaments für einen anhaltenden Frieden widmen.

Während der letzten Jahre, haben einige westliche Nationen Positionen bezogen, vor allem im Weltsicherheitsrat der U.N., die weit davon entfernt waren, ausgeglichen zu sein. In Folge dessen, war es dem Sicherheitsrat nicht möglich, schon beim Ausbruch dieses Konflikts effektiv zu handeln. Indem sie den Kaukasus, eine Region, die tausende Meilen vom amerikanischen Kontinent entfernt ist, zu einem Gebiet des „nationalen Interesses“ erklärten, machten die USA einen schweren Fehler. Natürlich liegt Frieden im Kaukasus in Jedermanns Interesse. Aber einem sagt einfach der gesunde Menschenverstand, dass Russland dort durch eine gemeinsame Geographie und Jahrhunderte der Geschichte verwurzelt ist. Russland verfolgt keine territoriale Erweiterung, aber es hat legitime Interessen in dieser Region.

Das langfristige Ziel der internationalen Gemeinschaft könnte sein, ein regionales System der Sicherheit und Zusammenarbeit zu schaffen, das jede Provokation und die schiere Möglichkeit eines solchen Konflikts, unmöglich macht. Ein solches System zu schaffen, wäre eine Herausforderung und könnte mit der Zusammenarbeit der Länder der Region selbst, erreicht werden. Nationen außerhalb der Region könnten vielleicht auch helfen – aber nur, wenn sie eine faire und objektive Position beziehen. Eine Lektion der aktuellen Ereignisse ist, dass geopolitische Spiele überall gefährlich sind, nicht nur im Kaukasus.


Cheney: „Die russische Aggression darf nicht unbeantwortet bleiben“

In Anbetracht ihres Interesses an einem Fortbestand ihrer Marionettenregierung in Tiflis und einem Nato-Beitritt Georgiens, legt die US-Regierung eine doch sehr voreingenomme Sicht des Kaukasus-Krieges an den Tag. Deutlich wird dies an einer Stellungnahme des Vize-Präsidenten:


Cheney: „Die russische Aggression darf nicht unbeantwortet bleiben“

Peking (Reuters) – Vize-Präsident Dick Cheney rief den georgischen Präsidenten Mikheil Saakashvili an, um ihm gegenüber die Solidarität der USA im Konflikt mit Russland zum Ausdruck zu bringen und sagte ihm, dass „die russische Aggression nicht unbeantwortet bleiben darf.“, teilte das Büro des Vice-Präsidenten am Montag mit.

„Der Vize-Präsident brachte die Solidarität der Vereinigten Staaten mit dem georgischen Volk und ihrer demokratisch gewählten Regierung angesichts der Bedrohung der Unabhängigkeit Georgiens und seiner territorialen Integrität zum Ausdruck.“, sagte Cheneys Büro in einer Stellungnahme.


Dienstag, 12. August 2008

USA ziehen weiter Truppen im Persischen Golf zusammen

Die israelische Nachrichtenseite DEBKAfiles ist für ihre teils fragwürdigen Verbindungen in Militär- und Geheimdienstkreise bekannt, trotzdem scheint sie sehr oft richtig zu liegen. Nachdem ihre Informationen bezüglich der Kampfverbände, die die USA im Moment an den Persischen Golf verlegen, auch an anderer Stelle schon aufgetaucht sind, will ich sie euch nicht vorenthalten:

Drei große Angriffverbände der Navy für diese Woche im Persischen Golf erwartet


DEBKAfile’s Militärquellen sagen, dass die Ankunft der drei amerikanischen Flottillen die Zahl der US Kampfverbände in den Gewässern des Mittleren Ostens auf 5 erhöht – eine seit dem Ausbruch der Krise um das iranische Atomprogramm noch nicht gesehene Anhäufung.

Die riesige See- und Luftstreitmacht besteht aus mehr als 40 Flugzeugträgern, Kriegsschiffen und U-Booten, einige der letzteren sind mit Atomwaffen bestückt. Eine solche Konzentration wurde das letzte Mal direkt vor der US-geführten Invasion des Irak im Jahr 2003 gesehen.

Unsere Militärquelle nennt 5 Gründe für dieses Muskelspiel der Amerikaner.

  1. Die USA, unterstützt durch Frankreich, Großbritannien und Kanada, stellen ihre Vorbereitungen für eine teilweise Blockade des Iran fertig, um dessen Import von Benzin und anderen raffinierten Ölprodukten zu verhindern. Diese Aktion würde andeuten, dass die Bush Regierung im Bezug auf härtere UN-Sanktionen aufgeben hat und nun selbst das Zepter in die Hand nimmt.
  2. Der Iran, der 40% seines raffinierten Benzins aus Nachbarstaaten importiert, wird für die Blockade Vergeltung üben, indem er die Straße von Hormuz dicht macht. In diesem Fall stehen die Amerikanische Marine und Luftwaffe bereit, um die Straße wieder zu öffnen und den iranischen Versuch, durch die Blockade zu brechen, zurückzuschlagen.
  3. Washington entsendet Kräfte, als Unterstützung und Versicherung für einen wahrscheinlichen Luftangriff Israels auf Irans Atomanlagen.
  4. Eine mögliche, rasante Abfolge von Ereignissen, in der sich eine US-geführte Blockade, ein israelischer Angriff und der iranische Gegenschlag in sehr kurzer Zeit eine große militärische Krise auslösen.
  5. Da eine massive Truppenverlegung dieser Art langer Planung und bedarf, kann ihr Auftreten nicht vom Aufflammen des Kaukasuskrieges zwischen Russland und Georgien getrennt werden. Während Russland seinen Griff um die kaspischen Ölvorkommen mit seiner überwältigenden militärischen Intervention gegen Georgien verstärkt hat, investieren die Amerikaner ihre Macht, um die großen Ölvorkommen des persischen Golfes zu verteidigen.

Die Militärquelle von DEBKAfiles nennt die USS Theodor Roosevelt, die USS Ronald Reagan und die USS Iwo Jima als die 3 Kampfverbände, die auf dem Weg in den Golf sind. Bereits in Stellung sind die USS Abraham Lincoln in der arabischen See gegenüber der iranischen Küste und die USS Peleliu, die im roten Meer und dem Golf von Aden kreuzt.


Bush höhlt den Artenschutz aus - dem Klimaschutz sei Dank

Achja, was man mit Verweis auf den Klimaschutz für tolle Dinge machen kann. Zum Beispiel den Artenschutz aushöhlen und in die Bedeuntungslosigkeit verbannen, weil die bestehenden Regelungen jetzt mit dem Klimaschutz alles viel zu kompliziert machen. Und lästig waren sie sowieso schon immer. In erstaunlich offener Weise ist dies bei msnbc nachzulesen:


Bush will Artenschutzgesetze lockern

Plan schließt Wissenschaftler von der Entscheidung über die Situation einer Art aus


Washington – Die Bush Regierung sagte am Montag, sie plane, Bundesbehörenden in Zukunft selbst entscheiden zu lassen, ob Autobahnen, Dämme, Minen und andere Bauprojekte bedrohten Tieren und Pflanzen schaden könnten.

Der Vorschlag, der nicht der Zustimmung des Kongresses bedarf, würde die vorgeschriebenen, unabhängigen Gutachten, die Wissenschaftler der Regierung in den letzten 35 Jahren durchgeführt haben, reduzieren. Bauträger begrüßen den Plan, während Umweltschützer ihn verhöhnen.

Innenminister Dirk Kempthorne sagte am späten Montag, die Änderungen wären notwendig um sicherzustellen, dass der „Endangered Species Act“ [ESA] nicht als Hintertürchen zur Regulierung der Gase, die für die globale Erwärmung verantwortlich gemacht werden, benutzt werde. Im Mai wurde der Eisbär, als erste Art, wegen der globalen Erwärmung als bedroht eingestuft. Es wird erwartet, dass die steigenden Temperaturen das Meereseis, von dem das Überleben des Bärs abhängt, zu schmelzen bringen.

„Diese Änderungen sind dazu bestimmt, die Anzahl der unnötigen Konsultationen aufgrund des ESA zu reduzieren, sodass mehr Zeit und Ressourcen dem Schutz der am meisten gefährdeten Spezies gewidmet werden können“, sagte das Innenministerium in seiner Ankündigung.

„Die existierenden Regulierungen erzeugen unnötige Konflikte und Verzögerungen“, fügt Kempthorne hinzu. „Die vorgeschlagene Regelung wird weiterhin Spezies schützen und dabei den Beratungsprozess auf die Handlungen der Bundesbehörden konzentrieren, bei denen mögliche Folgen mit diesen Handlungen in Verbindung gebracht werden können, und es vernünftig erscheint, dass diese sicher auftreten. Das Resultat soll ein Prozess sein, der weniger zeitaufwändig und eine effektivere Nutzung unserer Ressourcen ist.“

Der Entwurf würde Bundesbehörden davon abhalten, die Emissionen von Projekten, die zur globalen Erwärmung beitragen, und deren Auswirkung auf Arten und Lebensräume abzuschätzen.

Das Innenministerium nannte die aktuelle Entscheidung bezüglich der Eisbären als Beispiel. Während Eisbären als wegen des Schmelzens ihres Meereseislebensraums als gefährdet eingestuft werden, argumentiert es, dass Wissenschaftler zu diesem Zeitpunkt keinen „direkten kausalen Zusammenhang zwischen dem Ausstoß von Treibhausgasen und der entfernten Beobachtung von ein Einflüssen, die eine Art betreffen, ausmachen können“.

„Folglich ist es unangemessen, eine entfernte Behörde wegen einer Handlung zu beraten, die Emissionen freisetzt, da es nicht möglich ist, Emissionen mit Einflüssen auf eine bestimmte Spezies, wie Eisbären, in Verbindung zu bringen“, ließ das Ministerium verlauten.

Kempthorne hat stattdessen die Gesetzgeber aufgefordert, sich in einem eigenen Gesetz mit dem Klimawandel zu befassen, an Stelle des Artenschutzgesetz, das auf das Jahr 1973 zurückgeht.


Größte Überholung seit 1988

Die Änderungen stellen die größte Überholung des Artenschutzgesetzes seit 1988 dar. Sie würden mit Regelungen das vervollständigen, was die konservativen Republikaner im Kongress nicht erreicht haben: Einige umwelttechnische Gutachten beenden, die Bauträger und Behörden für Verzögerungen und Kostenanstiege bei vielen Projekten verantwortlich machen.

Die Änderungen würden bei jedem Projekt greifen, das eine Bundesbehörde finanziert, baut oder genehmigt. Experten der Regierung fertigen zur Zeit zehntausende dieser Gutachten jedes Jahr an.

„Falls sie in Kraft treten, würden diese Änderungen das Sicherheitsnetz des Lebensraumschutzes, auf das wir uns verlassen haben, um gefährdete Fisch-, Tier- und Pflanzenarten in den letzten 35 Jahren zu schützen und wiederherzustellen, ernsthaft schwächen.“, sagte John Kosyack, ausführender Direktor der National Wildlife Federation’s Wildlife Conservation and Global Warming initiative.

„Die neuen Regelungen nehmen die Entscheidungsbefugnis über die Aufnahme gefährdeter Arten aus den Händen der Wissenschaftler und Experten in Bundesbehörden wie der U.S. Fish and Wildlife Services und geben sie stattdessen Behörden, die an Projekten arbeiten, die von einer Aufnahme negativ beeinflusst werden könnten“, fügte Carl Pope, Direktor des Sierra Club hinzu.

Unter dem jetzigen Gesetz müssen sich Bundesbehörden mit Experten des Fish and Wildlife Service oder des National Marine Fisheries Service beraten um zu bestimmen, ob ein Projekt eine gefährdete Art beeinträchtigt oder einen Lebensraum schädigt, selbst wenn ein Schaden unwahrscheinlich scheint. Diese anfänglichen Gutachten resultiert normalerweise in Zugeständnissen, die die 1.353 Tiere und Pflanzen, die in den USA als gefährdet eingestuft sind, besser schützt, und entscheidet, ob eine formellere Analyse angebracht ist.

Entwurf: Behörden haben Fachwissen

Das Innenministerium sagte, dass solche Beratungen nicht mehr notwendig sind, weil die Bundesbehörden ein eigenes Fachwissen erlangt haben, und ihre eigenen Bauprojekte selbst begutachten können, dem 30-seitigen Entwurf zufolge.

„Wir glauben, dass die Bundesbehörden bei diesen Bestimmungen auf der sicheren Seite bleiben werden.“, sagt der Entwurf.

Der Leiter des Fish and Wildlife Service, H. Dale Hall, sagte, die Änderungen würden helfen Kompetenzen auf Projekte zu konzentrieren, die ernsthafte Folgen für Spezies haben. „Wir versuchen effizienter zu sein, was heißt, keine Beratungen zu machen, die einen Unterschied für die Art zur Folge haben.“, sagte Hall.

„Wir sind keine guten Verwalter unserer Ressourcen.“, fügte er hinzu, „wenn wir Beratungen in Situationen vorschreiben, in denen die möglichen Effekte auf eine Spezies entweder unwahrscheinlich, nicht richtig einzustufen oder ausschließlich vorteilhaft sind, oder nur ein entferntes Risiko für die Gefährdung einer Art oder eines Lebensraumes mit sich bringen.“

Der Entwurf unterliegt einer 30-tägigen öffentlichen Diskussion, bevor er vom Innenministerium fertig gestellt wird, wodurch der Regierung genug Zeit bleibt, ihn noch vor den Präsidentschaftswahlen umzusetzen. Eine neue Regierung könnte jede noch in der Schwebe befindende Regelung einfrieren oder widerrufen, ein Vorgang, der Monate dauern könnte. Auch der Kongress könnte die Regelung durch ein Gesetz überstimmen, aber das könnte noch länger dauern.

Der Entwurf wurde größten Teils von Juristen des Hauptausschusses der National Oceanic und Atmospheric Administration im Wirtschaftsministerium und dem Innenministerium ausgearbeitet, einer Quelle im National Marine Fisheries Service zufolge. Die Experten der beiden Behörden wurden nur in der letzten Woche hinzugezogen, sagte der Offizielle.

Zwischen 1998 und 2002 führte der Fish and Wildlife Service 300,000 Beratungen durch. Der National Marine Fisheries Service, der Projekte bewertet, die Meereslebewesen betreffen, erstellt jedes Jahr etwa 1,300 Gutachten.

Die Gutachten halfen Arten wie den Weißkopfadler, den Florida Panther und Schreikraniche zu schützen. Ein Handbuch der Bundesregierung aus dem Jahr 1998 beschreibt die Beratungen als „einiges der wertvollsten und mächtigsten Werkzeuge, aufgenommene Spezies zu erhalten“.

Die für und gegen Veränderungen

In den letzten Jahren beschwerten sich jedoch einige Bundesbehörden und private Bauträger, dass der Prozess in Verzögerungen und gesteigerten Baukosten resultiert.

„Wir hatten immer Sorgen im Bezug auf die Notwendigkeit der Anpassung und der effizienteren Gestaltung des Prozesses,“ sagte Joe Nelson, ein Anwalt der National Endangered Species Act Reform Coalition, einer Interessengemeinschaft für Bauherren und die Papier- und Landwirtschaftsindustrie.

Senatorin Barbara Boxer, D-Calif., Vorsitzende des Environment and Public Works Committee, bezeichnete die vorgeschlagenen Änderungen als illegal.

„Die vorgeschlagene Regelung ist eine weitere in einem kontinuierlichen Strom von Vorschlägen, die unsere charakteristischen Umweltschutzgesetze durch die Hintertür aushebeln sollen“, sagte sie. „Wäre diese vorgeschlagene Regelung in Kraft gewesen, hätte sie unsere Möglichkeiten zur Rettung des Weißkopfadlers, des Grizzly-Bärs und des Grauwals untergraben.

Die Bush-Regierung und der Kongress haben mit gemischten Erfolg versucht, das Gesetz zu ändern.

2003 legte die Regierung vergleichbare Regeln fest, die Behörden erlaubt hätten, neue Pestizide und Projekte zur Reduzierung der Waldbrandgefahr zu genehmigen, ohne nach der Meinung der Wissenschaftler bezüglich der Gefährdung bedrohter Arten oder Lebensräume zu fragen. Die Pestizidregelung wurde später vor Gericht aufgehoben. Das Innenministerium und der Forest Service werden im Moment wegen der Regelung zur Waldbrandprävention verklagt.

2005 verabschiedete der Kongress ein Gesetz, das vergleichbare Änderungen am ESA vorgenommen hätte, dieses scheiterte jedoch im Senat.

Der Initiator dieses Gesetzes, Richard Pobo, R-Calif., sagte der AP am Montag, dass es keiner Spezies und keinem Lebensraum schaden wird, dass Behörden die Auswirkungen ihrer Projekte selbst bewerten dürfen.

„Auf keinen Fall können sie alles absegnen, weil sie für jede Entscheidung vor Gericht landen werden“, sagte er.

Aber interne Untersuchungen des National Marine Fisheries Service und Fish and Wildlife Service kommen zu dem Schluss, dass etwa die Hälfte aller einseitigen Bewertungen des Forest Service und des Bureau of Land Management, die Maßnahmen zur Waldbrandprävention als ungefährlich für geschützte Arten einstuften, entweder nicht rechtmäßig oder nicht wissenschaftlich gültig waren.

Diese waren unter den Änderungen von 2003 zugelassen worden.

„Hier bewacht der Fuchs den Hühnerstall. Die Interessen der Behörden werden die Interessen am Artenschutz überwiegen.“, sagt Eric Glitzenstein, der Jurist, der Umweltgruppen in dem Prozess gegen die Regelungen zur Waldbrandprävention vertritt. „Was die vorhaben, ist den Endangered Species Act bedeutungslos zu machen.“


Sonntag, 10. August 2008

Der Krieg zwischen Russland und Georgien ist von den USA inszeniert

Der Krieg zwischen Russland und Georgien kam für die meisten überraschend, war für diejenigen, die das Geschehen seit längerem beobachtetet hatten, aber offensichtlich. Sehr interessant finde ich es, das ganze einmal aus der russischen Sichtweise zu betrachten. Das ermöglicht die Pravda, die auch schon den Schuldigen gefunden hat: Die USA.

Der Krieg zwischen Russland und Georgien ist von den USA inszeniert

Die US Regierung drängt auf eine sofortige Waffenruhe in dem Konflikt zwischen Russland und Georgien über die nicht anerkannte Republik Süd Ossetien.

Gleichzeitig glauben russische Beamte, dass es die USA waren, die den aktuellen Konflikt inszeniert haben. Der Vorsitzende des Duma-Ausschusses für Sicherheit, Vladimir Vasilyev, glaubt dass der jetzige Konflikt in Süd Ossetien den Kriegen im Irak und im Kosovo sehr ähnlich ist.

„Die Dinge, die im Kosovo geschahen, die Dinge die im Irak geschahen – wir folgen jetzt dem gleichen Pfad. Je weiter sich die Situation entfaltet, umso eher wird die Welt verstehen, dass Georgien niemals dazu in der Lage wäre, all dies ohne Amerika zu tun. Beamte des Süd Ossetischen Verteidigungsministeriums sprachen von unmittelbar bevorstehenden Aggressionen Georgiens, aber letztere verneinten das alles, während das amerikanische Außenministerium dazu keinen Kommentar abgab. Im Wesentlichen waren sie es, die die Macht, die alles in Süd Ossetien zerstört, Zivilisten und Krankenhäuser angreift, ausgestattet haben. Sie sind dafür verantwortlich. Die Weltgemeinschaft wird davon erfahren“, sagte der Beamte.

Währenddessen wurde bekannt, dass georgische Truppen mehrere Süd Ossetische Siedlungen mit Trommelfeuer belegten und so die Häuser der Leute einfach dem Erdboden gleich machten.

„Die Zahl der Opfer, unter ihnen Frauen, Kinder und alte Leute, geht in die Hunderte und sogar Tausende.“, sagte eine Quelle aus der Süd Ossetischen Regierung in der Hauptstadt Tskhinvali.

Der russische Außenminister Sergei Lavrov sagte Reportern, dass Georgiens Handlungen in Süd Ossetien seinen Fortbestand als Staat und als ein verantwortungsvolles Mitglied der internationalen Gemeinschaft in Frage stellt, meldet Interfax.

„Zivilisten, einschließlich Frauen, Kindern und alten Leuten, sterben in Süd Ossetien. Zusätzlich führt Georgien ethnische Säuberungen in Süd Ossetischen Dörfern durch. Die Situation in Süd Ossetien verschlechtert sich weiterhin Stunde um Stunde. Georgien setzt militärisches Gerät und schwere Waffen gegen Menschen ein. Sie beschießen Wohnviertel in Tskhinvali [der Hauptstadt] und andere Siedlungen. Sie bombardieren die Hilfskonvois. Die Zahl der Flüchtlinge steigt weiter – die Menschen versuchen, ihr Leben, das Leben ihrer Kinder und Verwandten zu retten. Eine humanitäre Katastrophe zeichnet sich ab.“, sagte Russlands Außenminister.

Der Minister fügte hinzu, dass die georgische Führung die Aufforderung des UN Sicherheitsrates, den Olympischen Frieden zu respektieren, ignorierte.

„Die georgische Regierung hat einen Nutzen für die Waffen, die sie in den letzten sieben Jahren gekauft haben, gefunden“, sagte Lavrov. „Die Tatsache, dass georgische Soldaten in der gemeinsamen Friedenstruppe das Feuer auf ihre russischen Kameraden aus ein und dem selben Kontingent eröffnet haben, spricht für sich, denke ich.“, fügte der Minister hinzu.

„Jetzt ist klar, weshalb Georgien nie auf Russlands Angebot eines rechtlich bindenden Gewaltverzichts für die Lösung des Süd Ossetien Konfliktes, eingegangen ist.“, sagte Lavrov. „Vor nicht allzu langer Zeit, vor den militärischen Aktionen in Süd Ossetien, sagte Georgiens Präsident Saakashvili, dass so ein Dokument nicht nötig sei, da Georgien niemals Gewalt gegen seine Bevölkerung einsetzen würde. Jetzt gerade tut es das aber.“, sagte Sergei Lavrov.

Segei Lavrov glaubt, dass die internationale Gemeinschaft aufhören sollte, die Augen vor Georgiens Waffenkäufen zu verschließen.

„Wir haben wiederholt gewarnt, dass die internationale Gemeinschaft, die Augen nicht vor den massiven Käufen von Angriffswaffen, in die die georgische Regierung in den letzten beiden Jahren involviert war, zu verschließen.“, sagte Lavrov.


Montag, 4. August 2008

Eine kleine Pause...

Liebe Leser,

wie Freeman von SchallundRauch es so schön gesagt, muss man auch einmal abschalten können. Aus diesem Grund gönne ich mir bis zum Ende der Woche eine kleine Pause in der absoluten Abgeschiedenheit, ohne Internet.
Ich hoffe mal, dass in dieser Zeit nicht allzuviel passiert und ich auf das gute alte Sommerloch vertrauen kann.