Samstag, 19. Juli 2008

Das Verschwinden der Bienen

Auch in deutschen Zeitungen wurde schon mehrfach über das unerklärliche Mysterium der spurlos verschwindenden Bienenkolonien berichtet. Die Ursache hierfür lag lange im Dunkel, wurde jetzt aber vielleicht gefunden, wie diesem Artikel von Geoffrey Lean und Harriet Shawcross aus dem Independent zu entnehmen ist.

Rotten Mobiltelefone unsere Bienen aus?

Wissenschaftler behaupten die Strahlung von Handys ist schuld am mysteriösen „Koloniezusammenbruch“ der Bienen


Es klingt nach der Handlung eines von besonders weither geholten Horro-Films. Aber einige Wissenschaftler sind der Meinung, dass unsere Liebe zum Mobiltelefon zu einer massiven Nahrungsmittelknappheit durch Ernteausfälle führen könnte.

Sie haben die Theorie aufgestellt, dass die von Handys und anderen High-Tech-Spielzeugen abgegebene Strahlung eine mögliche Antwort auf eines der bizarrsten Mysterien ist, die jemals in der natürlichen Welt vorkamen – dem plötzlichen Verschwinden von Bienen, die Pflanzen bestäuben. Ende letzter Woche behaupteten einige Imker, dass das Phänomen – welches in den USA begann und sich dann nach Kontinentaleuropa verbreitete – nun anfinge auch Großbritannien zu treffen.

Die Theorie ist, dass die Strahlung von Mobiltelefonen das Navigationssystem der Bienen stört und so die bekannterweise ihr Zuhause liebende Spezies daran hindert, den Weg zurück in ihre Stöcke zu finden.

Colony Collapse Disorder (CCD) [Koloniezusammenbruchsstörung] tritt dann auf, wenn die Bewohner eines Stockes plötzlich verschwinden und dabei nur die Königin, Eier und ein paar unreife Arbeiterinnen zurücklassen. Die verschwundenen Bienen werden niemals gefunden, man geht aber davon aus, dass sie alleine und weit von ihrem Zuhause entfernt sterben. Die Parasiten, wilden Tiere und anderen Bienen, die normalerweise den von einer sterbenden Kolonie zurückgelassenen Honig und Pollen klauen, weigern sich, sich den verlassenen Stöcken anzunähern.

Der Alarm wurde das erste Mal letzten Sommer geläutet und hat jetzt die Hälfte aller amerikanischen Bundessstaaten getroffen. An der Westküste sieht man die Verluste bei 60% der kommerziellen Bienenpopulation, an der Ostküste fehlen 70%.

CCD hat sich seitdem nach Deutschland, Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und in die Schweiz ausgebreitet und letzte Woche meldete John Chapple, einer von Londons größten Bienen-Züchtern, dass 23 seiner 40 Stöcke plötzlich verlassen wurden.

Andere Imker haben Verluste in Schottland, Wales und nord-west England zu verzeichnen, dennoch beharrt das Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten: „Es gibt absolut keinen Beweis für CCD im Vereinigten Königreich.“

Die Folgen der Ausbreitung sind alarmierend. Die meisten Feldfrüchte der Welt sind von der Bestäubung durch Bienen abhängig. Albert Einstein sagte einmal, dass wenn die Bienen verschwänden, „der Mensch nur noch vier Jahre zu leben hätte“.

Niemand weiß, wieso das passiert. Die unterschiedlichen Theorien, basierend auf Milben, Pestiziden, der globalen Erwärmung und gentechnisch veränderten Pflanzen, wurden vorgeschlagen, aber alle haben Nachteile.

Deutsche Forschungen haben schon lange gezeigt, dass sich das Verhalten von Bienen in der nähe von Hochspannungsleitungen verändert.

Nun hat eine begrenzte Studie der Universität Landau gezeigt, dass sich Bienen weigern zu ihren Stöcken zurück zu kehren, wenn Mobiltelefone in deren Nähe platziert werden. Dr. Jochen Kuhn, der diese durchführte, sagte das könnte einen Hinweis auf einen möglichen Grund liefern.

Dr. George Carlo, der eine großangelegte Studie der US-Regierung und der Mobilfunkindustrie über die Gefahren der Handys in den 90ern leitete sagte: „Ich bin überzeugt, dass die Möglichkeit real ist.“


Das Beweismaterial gegen die Handys

Die Hinweise auf Gefahren für Menschen durch Mobiltelefone verdichten sicht, jedoch mangelt es immernoch an Beweisen, vor allem weil viele der größten Gefahren, wie etwas Krebs, Jahrzehnte brauchen, bis sie sich zeigen.

Die meiste Forschung in Richtung Krebs hat sich bisher als ergebnislos erwiesen, aber eine offizielle finnische Studie fand heraus, dass Menschen, die seit 10 Jahren ein Mobiltelefon benutzen, ein um 40% erhöhtes Risiko für einen Gehirntumor auf der Seite, auf der sie auch das Handy halten, haben.

Genauso alarmierend: blue-chip Swedish research deckte auf, dass die Strahlung des Handys Gehirnzellen abtötet, was nahe legt, dass die Jugendlichen von heute noch in der ersten Hälfte ihres Lebens senil werden könnten.

Studien in Indien und den USA zeigten die Möglichkeit, dass Männer die ihr Handy oft benutzen, eine reduzierte Spermienzahl haben.

Professor Sir William Stewart, der zwei offizielle Untersuchungen geleitet hatte, warnt, dass Kinder unter acht Jahren keine Mobiltelefone benutzen sollten und machte eine Serie von Sicherheitsempfehlungen, welche aber weitgehend von den Ministern ignoriert wurde.


2 Kommentare:

Schneckenhengst hat gesagt…

Schön, das jemand mal das thema anspricht! Sterben die Bienen, sterben auch wir menschen.... die Kette hat ein Ende...

Anonym hat gesagt…

Nur weil ein großer Mann mal was gesagt hat, muss es nicht stimmen!

Zum "Glück" sind unsere Hauptnahrungsmittel nicht von den Bienen abhängig, sodass ein Aussterben der Menschen durch ein Verschwinden der Bienen nicht stattfinden würde. Alle Graspflanzen (Reis, Mais, Getreide) pflanzen sich durch Windbestäubung fort, Kartoffeln werden vegetativ (über Knollen) vermehrt. Allerdings sind die meisten Obst- und Gemüsesorten von Bienen und anderen Insekten abhängig. Unsere Speisekarte würde also sehr langweilig und nicht gerade gesundheitsfördernd werden.