Donnerstag, 31. Juli 2008

So wird ein Atomschlag gegen den Iran salonfähig gemacht

Wie allgemein bekannt, macht Israel den meisten Druck auf die USA, gegen den Iran vorzugehen. Welch perverses Ausmaß das erreicht hat und wie die US-Medien dazu genutzt werden, auch einen Atomschlag als akzeptabel hinzustellen, erklärt Professor James Petras:


Die New York Times macht die nukleare Vernichtung salonfähig


Am 18. Juli 2008 veröffentlichte die New York Time einen Artikel des israelisch-jüdischen Historikers Professor Benny Morris, der einen israelischen Angriff auf den Iran mit der großen Wahrscheinlichkeit eines nuklearen Völkermordes an 70 Millionen Iranern – 12 Mal so viele wie die jüdischen Opfer beim Holocaust der Nazis – verteidigt:

„Irans Führer täten gut daran, ihr Spiel zu überdenken und ihr Atomprogramm auszusetzen. Wenn sie sich dem verweigern, so ist das Beste, auf das sie hoffen können, dass ein konventioneller Luftangriff Israels ihre Atomanlagen zerstört. Sicher bedeutet das tausende iranischer Opfer und internationale Demütigung. Aber die Alternative ist ein Iran, der sich in eine atomare Wüste verwandelt.“

Morris hält regelmäßig Vorträge und ist ein Berater für das politische und militärische Establishment Israels und hat einmaligen Zugang zu den Strategen des israelischen Militärs. Morris Verteidigung und öffentliche Unterstützung für die brutale Vertreibung der Palästinenser ist gemeinhin bekannt. Dennoch haben ihn seine völkermörderischen Ansichten nicht daran gehindert, mehrere akademische Auszeichnungen zu erhalten. Seine Schriften und Ansichten werden in Israels führenden Zeitungen und Magazinen gedruckt. Morris Ansichten sind nicht das leere Gerede eines unbedeutenden Psychopaten, wie an der letzten Veröffentlichung seines offenen Briefes in der New York Times zu sehen war.

Was sagt uns die Veröffentlichung eines Artikels in der New York Times, der zur atomaren Einäscherung von 70 Millionen Iranern und der Kontaminierung eine großen Teils der einen Milliarde Einwohner des Mittleren Ostens, Asiens und Europas aufruft, über die amerikanische Politik und Kultur? Es ist die NYT, die die „gebildeten Schichten“ in den USA informiert, die mit ihren Sonntagsbeilagen, dem Literaturteil und den Leitartikel als „moralisches Gewissen“ wichtiger Teile der Kultur, Wirtschaft und der politischen Führungsschicht dient.

Die New York Times verleiht dem Massenmord eine gewisse Achtbarkeit, welche Morris Ansichten sonst nicht besessen hätten, wären sie in neo-konservativen Wochen- oder Monatsmagazinen erschienen. Die Tatsache, dass die NYT die Aussicht auf eine israelische Massenvernichtung von Millionen von Iranern als Teil der politischen Debatte im Mittleren Osten ansieht zeigt, wie weit der zionistische Faschismus die „höheren“ kulturellen und journalistischen Kreise in den USA beeinflusst hat. Es ist die Wahrheit, dass dies der logische Auswuchs der öffentlichen Bejahung der wirtschaftlichen Blockade von 1,4 Millionen Palästinensern in Gaza mit dem Ziel diese auszuhungern, und der Verschleierung des Einflusses des israelisch-zionistischen AIPAC beim Beginn der US-Invasion im Irak, in dessen Folge mehr als eine Million Iraker getötet wurden, durch die Times ist.

Die Times gibt den Ton für die gesamte kulturelle Szene New Yorks an, der die Interessen Israels soweit privilegiert, dass sich nicht nur dessen regelmäßigen Verletzungen des internationalen Rechts, sondern auch die Drohungen, genauer gesagt das Versprechen, weite Teile der Erde im Rennen um die regionale Vorherrschaft zu verbrennen, nahtlos in den Diskurs der amerikanischen Außenpolitik einfügen. Die Bereitschaft der NYT, einen israelischen Verteidiger des Völkermordes zu veröffentlichen, zeigt uns, wie stark die Verbindungen zwischen einer, wie man sagt, „liberalen“ pro-israelischen Publikation und dem Totalitarismus der israelischen Rechten sind: Es ist als würde man sagen, dass für das liberale, pro-israelische Establishment die nicht-jüdischen Nazis jenseits jeder Grenze liegen, aber die Ansichten und die Politik der zionistischen Faschisten bedürfen einer genauen Begutachtung und möglicherweise auch Anwendung.

Morris Artikel in der New York Times löste keinen Widerspruch seitens der 52 Präsidenten der wichtigsten amerikanisch-jüdischen Organisationen (PMAJO) aus, da deren tägliches Nachrichtenblatt, Daily Alert, regelmäßig Artikel von israelischen und amerikanischen Zionisten abgedruckt hatte, die einen israelischen oder amerikanischen Atomschlag gegen den Iran befürworteten. Mit anderen Worten, Morris totalitäre Ansichten sind Teil der kulturellen Grundsubstanz, die tiefe eingebettet ist in die zionistischen Organisationsnetzwerke und ihre weiten Ausläufer in die kulturellen und politischen Kreise der USA. Was die Times mit dem Druck von Morris Irrsinn erreicht hat, ist den Diskurs über den Völkermord aus dem begrenzten Umfeld der Zionisten heraus, hinein den Mainstream von Millionen von amerikanischen Lesern gezogen zu haben.

Abgesehen von einer Hand voll Schreibern (nichtjüdisch und jüdisch), die auf unbedeutenden Webseiten veröffentlichen, gab es keinerlei politische oder moralische Verurteilung dieser Beleidigung unserer Menschlichkeit aus der gesamten literarischen, politischen und journalistischen Welt. Kein Versuch wurde unternommen, um Morris totalitäre, völkermörderische Politik mit Israels öffentlichen Drohungen und Vorbereitungen für einen Atomkrieg in Verbindung zu bringen. Es gibt keine Anti-Atom-Bewegung, die von unseren einflussreichsten Intellektuellen geführt wird, um den Staat (Israel) und die Intellektuellen seiner Öffentlichkeit zurückzuweisen, die einen atomaren Krieg vorbereiten, mit dem Potential, das zehnfache der jüdischen Opfer, die von den Nazis dahingeschlachtet wurden, zu vernichten.

Die nukleare Einäscherung des Iran ist das israelische Gegenstück zu Hitlers Gaskammern und Krematorien. Die Ausrottung ist die letzte Stufe des Zionismus: akzeptiert die Doktrin der Herrschaft oder ruiniert die Luft und das Land der Erde. Das ist die direkte Botschaft von Benny Morris (und seinen offiziellen israelischen Sponsoren), die, wie Hitler, Ultimaten an die Iraner stellen, „ergebt euch oder ihr werdet vernichtet“ und die den USA drohen, „helft uns den Iran zu bombardieren oder seht einer weltweiten ökologischen und wirtschaftlichen Katastrophe entgegen“.

Dieser Morris ist ohne jede Frage, vollkommen, absolut und medizinisch wahnsinnig. Die New York Times zeigt mit der Veröffentlichung seine völkermörderischen Tiraden, wie Macht und Reichtum zum Verfall des jüdischen intellektuellen und kulturellen Lebens in den USA beigetragen haben. Um die Dimension dieses Verfalls zu verstehen, müssen wir nur den brillianten, tragisch-komischen, deutsch-jüdischen Autor Walter Benjamin, der verzweifelt vor dem fortschreitenden, totalitären Nazi-Terror flieht, mit Benny Morris krimineller Verteidigung des zionistischen Atom-Terrors in der New York Times vergleichen.

Die Frage nach der Macht des Zionismus in Amerika ist nicht nur eine Frage nach einer „Lobby“, die Entscheidungen des Kongresses und des Weißen Hauses über die Entwicklungshilfe für Israel beeinflusst. Heute geht es um die damit verbundenen Fragen nach der Verteidigung eines Atomkrieges in dem 70 Millionen Iraner ihrer Vernichtung entgegen sehen und die Komplizenschaft der amerikanischen Medien, die eine Plattform, nein, eine gewisse politische Achtbarkeit für Massenmord und globale Kontaminierung schaffen.


1 Kommentare:

Steffen hat gesagt…

Das ist echt schon verrückt. Wusste garnicht dass das schon so weit fortgeschritten ist.

Wenn man die US Medien nicht so genau verfolgt (sondern nur alsemal schaut) kriegt man das garnich so mit.

Der Konflikt zwischen Iran und Israel ist halt auch sehr einseitig (jedenfalls mit der Verteilung der Atomarenverteidigung).

Man kann eigentlich nur hoffen, dass es für dort eine Lösung gibt. Denn das könnte sich schnell in einen 3. Weltkrieg verwandeln. Aber diesmal mit Atomwaffen.